Alle Grenzen fallen (Jes 65 17ff)

Unsere Zeit auf dieser Welt ist gemessen
gemessen zwischen Anfang und Ende
Geburt und Tod
Die Grenzen unserer Zeit aber
lösen sich
auf in der Ewigkeit Gottes

Alle Tränen getrocknet
kein Leid, kein Geschrei
bei GOTT wird sein
was in UNSEREN Zeiten nicht sein kann

Unser Jetzt
Geschenk des Lebens
die Ewigkeit
unser Blick in Gottes Himmel

Lasst uns darum aufmerksam leben
mit wachsamen Blick für das
was wirklich wichtig ist

Lasst eure Lenden umgürtet sein
und eure Lichter brennen.
Lukas 12,35
***
Zeit und Ewigkeit.

Tausende Jahre.
Für den Menschen ja MEHR als eine gefühlte Ewigkeit.
Für den reichen ein paar Jahrzehnte, um mit dem Gefühl der Sicherheit zu sagen: Das ist ja schon ewig her!
Und mancher steht ja schon ewig an einer roten Ampel.

Tausende Jahre.
Natürlich weiß jeder: Das ist auch nicht ewig.
Wenn auch wirklich lange her. So lange, dass unser geschichtliches Auge nicht mehr klar sehen kann. Vor Dreitausend Jahren war die Welt VIELLEICHT die gleiche wie heute, aber das Menschenleben verlief nun wirklich ANDERS.

Kein hochpräzises Funkuhrwerk am Handgelenk, sondern Uhrzeit nur, wenn die Sonne schien. Kein Internet, kein Smartphone, ja nicht einmal ein Buch oder eine Tageszeitung. Keine Hochleistungsmedizin, keine Massenimpfungen. Kein elektrischer Strom, kein Gas aus einem Rohr, das bis in die Wohnhäuser reicht. Licht in der Nacht – da musste man schon die Öllampe anzünden oder ein Feuer machen.

Wobei: All das gab es auch vor dreiHUNDERT Jahren kaum, wie mag es da wohl vor dreitausend Jahren gewesen sein? Was haben Menschen da gedacht, gefürchtet, geträumt?

Gedacht:
Nachgedacht haben Menschen wohl schon immer. Davon zeugen gerade Gräber, denn wer nachdenken kann, kann auch über die Gestaltung von Gräbern nachdenken. Das älteste erhaltene ist schon 100.000 Jahre alt, und es gibt wohl auch Spuren von Gräbern, die drei mal so alt sein sollen.

Nachgedacht haben Menschen wohl schon immer. Vor allem über ihr Leben, die Welt, die sie umgab, vor allem über das, was einen unglücklich macht. Warum gibt es Lebensstationen, die einem eine Last sind, die Freude nehmen, Leid mit sich bringen? Und weil man darauf keine Antwort fand, nie eine finden wird: Ist da mehr als man sehen, hören, anfassen kann? Das einen SINN für das Sein auf der Erde birgt, der über das bloße Überleben hinausgeht?

Gefürchtet:
Gefürchtet haben die Menschen auch schon immer. Auch dafür gibt es viele historische Spuren. Dabei ist vor allem das Unbekannte Grund zur Furcht. Und das Unbekannte wiederum teilt sich in zwei Gruppen: In das, was man kennenlernen kann, wenn man sich darum müht. Und das, was einem immer unbekannt bleibt.

Denn der Mensch hat nun einmal nur die Werkzeuge seiner Sinne und seines Verstandes. Und vieles im Leben lässt sich damit nicht kennenlernen, so sehr man sich auch müht.

Man kann vielleicht sehen, wie ein Mensch geboren wird. Kann mit ansehen, dass das mal leichter, mal schwerer zu sein scheint. Aber eine Erinnerung, wie es war, geboren zu werden, hat man ebenso wenig wie die Möglichkeit, auf das Geborenwerden aus eigener Entscheidung zu verzichten.

Man kann vielleicht auch sehen, wie ein Mensch stirbt. Kann mit ansehen, dass das mal leichter, mal schwerer zu sein scheint. Aber wissen, wie es ist, zu sterben, kann man ebenso wenig wie man die Möglichkeit hat, auf das Sterben zu verzichten oder seinem Leben auch nur eine Minute hinzuzufügen. Auch wenn die Hochleistungsmedizin heute einem das Gefühl gibt, sie könnte es doch. Zumindest manchmal.

Gedacht und gefürchtet haben Menschen wohl schon immer, zumindest so weit wir zurücksehen können. Darin unterschieden sich Menschen vor dreitausend Jahren sich kaum von uns heute. Das kann man an verschiedenen Spuren sehen, die die Kultur-Geschichte uns hinterlassen hat. So verwundert es nicht, dass auch Träume sich sehr ähneln.

Dabei meine ich natürlich nicht das, was man im Schlaf so träumt und woran man sich am Morgen gut, schlecht oder gar nicht erinnern kann. Es geht um Träume, die das Sehnen des Menschen versuchen, in Worte zu fassen.

SO ein Traum sieht, was Augen nicht zu sehen vermögen.
DER erkennt, was der Verstand nicht mehr fassen kann.
Der hofft AUCH Dinge, die das Leben unmöglich erscheinen lässt.

Ein großer Traum, geträumt seit Jahrtausenden.
Weitergegeben von Generation zu Generation,
verlesen in Synagogen, Kirchen und Kapellen.
Ein Traum vom Fall der Lebens-Grenzen.
ALLER.

Aus Jesaja 65:
Denn siehe, GOTT
will einen neuen Himmel
und eine neue Erde schaffen,
dass man der vorigen nicht mehr gedenken
und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.
Man soll in ihm
nicht mehr hören
die Stimme des Weinens
noch die Stimme des Klagens….
Es sollen keine Kinder mehr da sein,
die nur einige Tage leben,
oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen
Sie sollen nicht umsonst arbeiten
und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen;
Und es soll geschehen:
Ehe sie rufen, wird Gott antworten;
wenn sie noch reden, wird er hören.
Wolf und Schaf sollen beieinander weiden;
der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind
Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun…

Gerade die Zeit verliert ihre Kraft. Die Zeit-Messer auch, erfunden
von klugen Menschenköpfen. Sie bestimmen jetzt unser Gefühl, begleiten jetzt alles.

Sonnenuhren, genau und unbestechlich – wenn
wenn man weiß wo Süden ist
und wenn man ist wo die Sonne scheint
(heute zeigen sie keinen Schatten)

Oder Sanduhren, deren Sand fließt
von oben nach unten, quält sich durch eine Taille
wie durch einen zu eng geschnallten Gürtel,
und wenn er angekommen ist, ganz unten am Grunde
dann wird alles auf den Kopf gestellt
und Zeit „beginnt von vorn“,
sie rinnt und rinnt, verrinnt.

Oder auch Uhren, wie wir sie besser kennen,
ein Kreis mit Zifferblatt und Zeigern,
zwei Hälften hat der Tag, die Hälften in Zwölftel
die Zwölftel in Sechzigstel

Wir wissen, dass er recht hat, der alte Lehrer
Ein jegliches hat seine ZEIT,
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit…

Wir wissen auch, dass Zeit nicht gleich Zeit ist.
Bei einer ungeliebten Arbeit wird sie lang und länger,
bei einer schönen Sache kurz und kürzer.

Und wir wissen, dass das auch das Sterben betrifft.
Menschen sterben alt und lebenssatt,
Menschen sterben zu jung und hatten noch so viel vor.
Menschen bleiben zurück und erleiden Verlust.
Unerträglich große
und erträglichere, mit denen man irgendwann zu leben lernt.

Nicht selten sind diese Verluste unerträglich groß, obwohl ein alter Mensch gestorben ist. Denn Nähe entsteht durch die Zeit, die man gibt oder sich genommen hat. „Biblisches Alter“ hilft dann –
NIEMANDEM, der bleiben muss.

Da ist sie dann, die Stimme des Weinens, die Stimme des Klagens.
Kinder leben nur Tage, Alte erfüllen ihre Jahre nicht,
Frauen, Männer, Kinder
verlassen von Frauen, Männern, Kindern.
Die Stimme des Klagens kennen wir alle,
und wir kennen sie nicht nur von anderen,
wir kennen sie in uns selbst.

Das ist die Zeit, die wir kennen, in der wir leben,
die wir messen, die jeden Tag, jeden Augenblick unseres Lebens bestimmt. Für manchen sogar ein Qualitätsmesser.

Doch neuer Himmel und neue Erde kennen keine Zeit.
Darum wird man der vorigen nicht mehr gedenken,
darum wird man sie sich nicht mehr zu Herzen nehmen-

Menschen- Zeit trifft Gottes Ewigkeit.

ALLE Grenzen, die wir kennen, werden fallen.
Zwischen Löwe und Rind, Wolf und Schaf,
Mensch und Gott.
Zwischen Raum und Unendlichkeit, zwischen Zeit und Ewigkeit.
Denn der Mensch trifft auf Gott.
Endlich.
Das ist ein Traum, der alles sieht.
Durch die Augen Gottes.
Gott will es so.

Was wäre meine Zeit ohne meine Sehnsucht?
Was wäre das Leben ohne diesen Traum?
Eine Zelle ohne Fenster, ein Gefängnis ohne Ausgang
Eine Krankheit ohne Besserung
Ein Tod ohne Aussicht
Bloße Existenz ohne wahres Leben
wer kann das wollen

ABER,
Schwestern und Brüder,

kann man sich verlassen auf Ewigkeit,
ist sie wirklich
oder nur in Buch und Kopf,
eine Vorstellung ohne Wahrheit?

Jesaja sagt:
Gott will es.
Und ich glaube, dass Jesaja Recht hat.
Denn Jesus Christus, der lebte in Zeit
und lebt in Ewigkeit, hat uns die Augen und Herzen dafür geöffnet, dass Gott uns liebt, ja dass er die Liebe IST.

Jesu Auferstehung lässt uns sehen,
dass alle Grenzen fallen werden:
Neuer Himmel und neue Erde brauchen keinen Urknall,
Wolf und Schaf, Rind und Löwe auch keine Evolution,
das neue Jerusalem kein Baugerüst und keinen Denkmalschutz.

Nur EIN einziges Wort von dem,
der Himmel und Erde gemacht hat
der uns bereitet hat im Mutterleibe
Nur ein einziges Wort von IHM,
das reicht für immer,
es reicht ewig
für MEIN Leben, für DEINES, für ALLE.

Ein Wort von IHM, der Himmel und Erde gemacht hat,
macht den Traum des Jesaja zur Wahrheit.
GOTT schenkt dir die Taufe zum ewigen Leben,
weil er dich liebt über alles und Zeit-los, Grenzen-los.

Das schenkt Frieden.
ALLEN –
allen die waren
allen die sind
allen die sein werden

Im Abendmahl, an seinem Tisch,
fallen die Grenzen schon jetzt.
Hier wird Raum für den Frieden Gottes,
der größer ist, als alle Menschenzeit je fassen kann,
und der Leiber UND Seelen bewahrt
in Jesus Christus
den Herrn unserer Zeit
und der Ewigkeit
AMEN

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