Gottesdienst Ostern 2020 Nachlesen und Anhören

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Textdatei (Gottesdienst Ostern 2020 zum Ausdrucken und Nachlesen)

Kollektenzwecke (ab Palmsonntag mit Kontoverbindungen)

GLOCKEN, dabei:
Willkommen zu unserem Ostergottesdienst
mit Feier des Abendmahls.
Die Lieder dafür finden Sie im Evangelischen Gesangbuch.
Wir sagen sie jeweils an; wer sie schon vorher heraussuchen will, es sind die Nummern:
98/ 289/ 107/ 103/108 und 99.
Lektorin ist heute Sabine Dörr,
mein Name ist Malte Koopmann.
Als Vorspiel hören sie gleich
eine Choralimprovisation von Kay Johannsen
„Mit Freuden zart zu dieser Fahrt“.

MUSIK zum Eingang

VOTUM Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen./ Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat, /der Bund und Treue hält ewiglich/ und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände.

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!
Mit dem Aufgang der Sonne am Ostertag
läuft der Jubelruf der Christenheit um die Welt.
Jesus Christus lebt.
Gott erweist seine Macht, die stärker ist als der Tod.
Wir feiern Ostern.

LIED 98
1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt –
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn –
hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

LITURGISCHE HINFÜHRUNG + SP
In der Nacht, da er verraten ward
setzte sich Jesus an einen Tisch
mit dem Verräter
mit dem Verleugner
mit den Ängstlichen
alle würden ihn verlassen

In der Nacht, da er verraten ward
feiern sie das Passamahl
Hier werden Brot und Wein
durch ihn zu Heil und Leben
für die am Tisch
die ihn so nötig hatten
und ihn doch verließen

Am dritten Tage aber
am Ostertag
gibt sich der
Auferstandene

wird wieder Brot und Wein
verwandelt für uns das Leben
weil wir es so nötig haben
auf IHN alle Hoffnung zu setzen,
und ER spricht:

Ich war tot,
und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel
des Todes und der Hölle.
Offenbarung 1,18
***
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der Herr ist ein großer Gott.
Ihn loben wir mit Worten aus dem Wochenpsalm (118) im Wechsel der Stimmen (Psalmheft S. 30), die Frauen beginnen:
14 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.
15 Man singt mit Freuden vom Sieg
in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
16 Die Rechte des HERRN ist erhöht;
die Rechte des HERRN behält den Sieg!
17 Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des HERRN Werke verkündigen.
18 Der HERR züchtigt mich schwer;
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe
und dem HERRN danke.
20 Das ist das Tor des HERRN;
die Gerechten werden dort einziehen.
21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast
und hast mir geholfen.
22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.
23 Das ist vom HERRN geschehen
und ist ein Wunder vor unsern Augen.
24 Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
AMEN

LIED 289 4
4. Die Gottesgnad alleine
steht fest und bleibt in Ewigkeit
bei seiner lieben G’meine,
die steht in seiner Furcht bereit,
die seinen Bund behalten.
Er herrscht im Himmelreich.
Ihr starken Engel, waltet
seins Lobs und dient zugleich
dem großen Herrn zu Ehren
und treibt sein heiligs Wort!
Mein Seel soll auch vermehren
sein Lob an allem Ort.

LEKTORIN
Ich erinnere an die zehn Gebote:
Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland,
aus der Knechtschaft, geführt habe.
Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis von Gott machen.
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Du sollst nicht töten.
Du sollst nicht ehebrechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Du sollst nicht begehren, was deinem Nächsten gehört.

Die Summe des Gesetzes aber ist die:
Du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz
und die Propheten. AMEN!

Gerade heute können wir deutlich spüren,
wie sehr wir auf das Erbarmen Gottes angewiesen sind.
Darum lasst uns beten:

Gott,
schreib uns die Freude dieses Tages
ins Herz,
damit sie nicht wieder verfliegt,
wenn wir zurückkehren in unsern Alltag
mit Kontaktbeschränkungen und Homeoffice.

Gott,
präge uns ein,
dass du den Tod überwunden hast,
damit wir nicht wieder in Trauer versinken,
wenn wir begraben müssen,
die wir lieben.

Gott,
spiel uns ins Ohr
dein Lied von einem Leben
das du uns neu erschließst,
damit wir Hoffnung ausbreiten
wenn uns Verzweiflung begegnen.

O Herr, hilf, lass wohlgelingen,
dass das Licht des Ostermorgens
die Schatten der Sinnlosigkeit vertreibt.

Wir bitten um deinen Geist,
der uns auf die Beine stellt,
der unsere Ohren und Augen,
unseren Verstand und unser Herz öffnet
für deine Ostertat und für dein Kommen.
Gott, wende dich jetzt zu uns und sei bei uns!
Erbarme dich unser!
AMEN.

Christus spricht:
Auferstanden bin ich
und bin nun immer bei dir, Halleluja.
Ich halte meine Hand über dir,
Halleluja.
AMEN.

LIED 107 1+2
1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du vom Tod erstanden bist
und hast dem Tod zerstört sein Macht
und uns zum Leben wiederbracht.
Halleluja.
2. Wir bitten dich durch deine Gnad:
nimm von uns unsre Missetat
und hilf uns durch die Güte dein,
dass wir dein treuen Diener sein.
Halleluja.

Aus dem Lobgesang der Hanna,
nachzulesen im ersten Buch Samuel Kapitel 2 ab Vers 1:

Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN,
… denn ich freue mich deines Heils.
2 Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner,
und ist kein Fels, wie unser Gott ist.
3 Lasst euer großes Rühmen und Trotzen,
freches Reden gehe nicht aus eurem Munde;
denn der HERR ist ein Gott, der es merkt,
und von ihm werden Taten gewogen.
4 Der Bogen der Starken ist zerbrochen,
und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.
5 Die da satt waren, müssen um Brot dienen,
und die Hunger litten, hungert nicht mehr.
Die Unfruchtbare hat sieben geboren,
und die viele Kinder hatte, welkt dahin.
6 Der HERR tötet und macht lebendig,
führt ins Totenreich und wieder herauf.
7 Der HERR macht arm und macht reich;
er erniedrigt und erhöht.
8 Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub
und erhöht den Armen aus der Asche,
dass er ihn setze unter die Fürsten
und den Thron der Ehre erben lasse.
Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN,
und er hat die Erde darauf gesetzt.

Selig sind,
die das Wort Gottes hören und bewahren!
AMEN.

Lasst uns das Geheimnis Gottes preisen
und miteinander bekennen:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

LIED 103 1.2.5.6
1. Gelobt sei Gott im höchsten Thron
samt seinem eingebornen Sohn,
der für uns hat genug getan.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.
2. Des Morgens früh am dritten Tag,
da noch der Stein am Grabe lag,
erstand er frei ohn alle Klag.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.
5. Nun bitten wir dich, Jesu Christ,
weil du vom Tod erstanden bist,
verleihe, was uns selig ist.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.
6. O mache unser Herz bereit,
damit von Sünden wir befreit
dir mögen singen allezeit:
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

LASST UNS BETEN:
Ostern, Aufstand des Lebens gegen den Tod.
Noch ist unser Leben vom Tod gezeichnet.
Ostern, Aufstand der Freude gegen das Leid.
Noch ist unser Leben vom Leid gezeichnet.
Nur ahnend erfassen wir das Neue.
Doch wir trauen dir, Gott, zu,
dass du alle[s] verwandelst
und dein Osterlicht leuchten lässt.
Heute, hier unter uns.
Darum beten wir zu dir im Namen Jesu.
AMEN

GNADE SEI MIT EUCH und Friede von dem,
der da ist, / der da war / und der da kommt. AMEN!

Des Morgens früh am dritten Tag,/ da noch der Stein am Grabe lag,/ erstand er frei ohn alle Klag (EG 103,2). Ostern schreibt Geschichte. Und seine Geschichten.

Markus (16, 1-8) erzählt von den Frauen, die am Ostermorgen zum Grab Jesu gehen, um seinen Leichnam zu salben. Was sie dort aber erleben, erschüttert sie so bis ins Mark, dass sie weglaufen und niemandem etwas davon erzählen.

Für Matthäus (28, 1-10) waren sie nicht nur erschüttert, sondern zugleich voller Freude. Sie waren DABEI, als ein Engel Gottes den Stein vor dem Grab wegwälzte und die Wächter wie tot zu Boden fielen. Sie sahen mit eigenen Augen, dass das Grab leer war. Sie begegneten dem Auferstandenen leibhaftig, „umfassten seine Füße“, sprachen mit ihm. Und behielten es NICHT für sich, sondern liefen zu den verzagten Jüngern und erzählten ihnen das Unfassbare.

Dazu kommen bei Lukas noch die Emmausjünger (24, 13-35). Sie gehörten nicht zum Kreis der Zwölf, waren beim Abendmahl am Gründonnerstag nicht dabei – und erkennen den Auferstandenen doch und zweifelsfrei, als er ihnen wie beim Abendmahl des Gründonnerstag das Brot bricht.

Ostern schreibt seine Geschichten, in der Bibel sind noch mehr zu finden als nur diese drei. Und doch lässt uns Ostern alle Jahre wieder mit einem ziemlich mulmigen Gefühl zurück. Denn jeder weiß: Tot ist tot. Wer nicht nur scheintot ist, wird das Licht dieser Welt nie mehr sehen. Und der, der vor aller Augen am Kreuz festgenagelt gestorben war, soll wieder lebendig sein?

Wohl noch nie waren die Kirchen zu Ostern so leer wie in diesem Jahr. Im Jahr 2020 nach Christi Geburt, wo die Zahl der Toten durch die weltweite Corona-Welle die 100.000er Marke überschritten hat und selbst der Papst allein die Osterfeierlichkeiten zelebriert, nur für Mikrofone und Kameras. Die Gemeinde bleibt zuhause und die Kirchen bleiben leer, überall auf der Welt.

Aber auch in besseren Jahren haben wir hier in Deutschland gezählt, dass in den Kirchen am Heiligen Abend oder auch zu Erntedank mehr Menschen Gottesdienste feierten als zu Ostern. Dank für die Ernte, die uns Jahr für Jahr gut leben lässt, oder ein Fest anlässlich der Geburt eines Kindes – die machen es vielen eben leichter als die Feier einer Auferstehung, die niemand unter uns je erlebt hat.

Und das war offenbar schon immer so. Selbst in den ältesten Schriften des Neuen Testaments kann man nämlich sehen, dass die Menschen es mit Ostern besonders schwer hatten. Im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt Paulus (1. Kor 15, (12–18) 19–28):

12 Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? 13 Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. 14 Ist aber Christus nicht auferweckt worden,
so ist unsre Predigt vergeblich,
so ist auch euer Glaube vergeblich. ….
19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.
20 Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden…

Ein Teil einer Diskussion über die Auferstehung ist hier zu lesen. Dass Christus auferstanden ist, akzeptierten die Korinther wohl. Sowas hörte man schon dann und wann von Göttern oder Gottessöhnen. Aber nun sollten auch andere Menschen wieder von den Toten aufstehen? Daran zu glauben erschien vielen damals schon unmöglich.

Und war das überhaupt nötig? Reichte es nicht, Jesus als großen Menschen in der Geschichte in Erinnerung zu halten und zu verehren? Er hatte schließlich den Gott Israels in die Herzen vieler Menschen getragen. Er hatte Kranke gerettet. Klare Worte gefunden, wie ein Leben aussehen sollte, das Gott genehm war. Er hatte die Schuld der Menschen auf sich genommen und sie an das Römer-Kreuz getragen, so dass sie nicht mehr zwischen Gott und den Menschen stehen muss.

Dass dafür Jesus von Gott wieder aus dem Grab geholt worden war und jetzt zur Rechten des Thrones Gottes saß – all das war nachvollziehbar. Aber musste man NEBEN all dem auch noch an die Auferstehung der Toten glauben?

All das sind Fragen, wie man sie heute ähnlich auch unter uns hören kann. Und da hört es sich schon nahezu trotzig an, wenn aus den Kirchen in klarer Regelmäßigkeit die Sätze des Glaubensbekenntnisses zu hören sind: „am dritten Tage auferstanden von den Toten… ich glaube … (die) Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“

Ist diese Aussage, in fester Formel durch die Jahrhunderte hindurch wiederholt, für uns noch hilfreich? Gott hat den Menschen doch den Verstand gegeben, mit dem sie die Geheimnisse des Lebens und Sterbens durchdringen. Die Welt ist ein Ort, in der das Sehbare, physikalisch Beweisbare, philosophisch Einsehbare höchsten Stellenwert hat.

Hilft es uns da, dass Paulus kurz vorher an die Ostergeschichten erinnert hat? An die „mehr als fünfhundert Brüder auf einmal“ (15, 6), die dem Auferstandenen begegnet sein sollen? Hat das den Korinthern geholfen, Ostern zu glauben?

Auf der anderen Seite die Osterbilder der Welt, in der wir leben: Österliches Brauchtum wird seit einigen Jahren immer mehr gepflegt. Schon viele Tage VOR den Kontaktbeschränkungen dieses Jahres wurde vielerorts österlich geschmückt. Osterhasen, Osterküken, bunte Ostereier hängen an knospigen Zweigen in den Gärten und Zimmern.

Man kann es spüren, die Sehnsucht der Menschen nach Leben, nach neuem Leben, nach Frühling, nach mehr Gefühl in der Welt. Sie kommt zum Ausdruck in dieser wachsenden Pflege von österlichen Symbolen und Bräuchen.

Dabei scheint die Entwicklung mehr zu einem weltlichen Frühlingsfest zu gehen als zum christlichen Osterfest. Eine Rückentwicklung? So eng hätte Paulus das, glaube ich, nicht gesehen. Ostern als Fest der Freude über den jungen Frühling – das gehört doch einfach dazu. Neues Leben bricht aus winterlicher Erstarrung: Gottes Natur hilft uns doch dabei, ein Gefühl für das Ostergeschehen zu entwickeln.

Aber Ostern als Fest der Freude über die Auferstehung Jesu – das ist etwas anderes, weil es viel MEHR ist. Daran erinnert Paulus.
(19) „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ Ein Christsein ohne AUFERSTEHUNGSglauben kann es für ihn nicht geben.

Denn sonst wird der christliche Glaube zu einer Lehre verkürzt. Jesus würde zu einem Vorbild vergangener Tage gemacht. Die Kirche würde zu einer Institution werden, der es vor allem um die Diskussion ethischer oder moralischer Fragen geht. Eine Art Philosophenschule, die Menschen im Alltag und die Regierenden in der Politik mit guten Ratschlägen begleitet, wie sie die Krisen des Alltages am besten meistern können.

Nicht wenigen Menschen in der Gemeinde ist das wichtig, dass Kirche eine solche Instanz ist. Eine moralische Macht, die gehört wird, wenn es um die Kriege in der Welt, die ungerechte Verteilung des Reichtums, die Flüchtlingskrise oder die Corona-Pandemie geht.

Aber kann das ALLES sein? Was hätten wir denn zu sagen, wenn dieses Leben an die Grenzen stößt, die Ungerechtigkeit, Katastrophen, Terror oder Tod ziehen? Wo kein Auferstehungsglaube ist, da bleibt doch der Tod das endgültige Aus, das Ende aller Beziehungen, der endgültiger Schlusspunkt. Wo bliebe da –
wo bliebe da GOTT?

Paulus erinnert: Die Ostergeschichten, auch diese Diskussion hier mit den Korinthern weisen über sich hinaus. Das Geheimnis des Oster – Geschehens bleibt bestehen, es ist in Gedanken und Vorstellungen nie nachvollziehbar.

Es bleibt dabei: DASS der Gekreuzigte auferstanden ist, ist übereinstimmendes Zeugnis derer, denen er erschienen ist. WIE er auferstanden ist, ist und bleibt Geheimnis Gottes. So wird der Auferstehungsglaube nicht zum Glauben an die Auferstehung, sondern zum Glauben an GOTT,
dessen Macht am Tod keine Grenze haben KANN.

Wie sang Hanna vorhin? (1. Sam 2, 6:) „Der HERR tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf.“ Das Gott das KANN, daran hatte schon Hanna tausende Jahre vor Jesu Geburt keine Zweifel.

Dass Gott das aber auch tatsächlich GESCHEHEN lässt: Das ist die Osterbotschaft. Sie lässt uns Gott nicht nur kennen, sondern ERLEBEN als den, der das Leben schafft – und zwar aus dem NICHTS. Sie lässt uns Gott erfahren als den, der nicht nur dich und mich, sondern diese Welt, alle Welten, jede Zeit und die Ewigkeit in seiner Hand hält.

Ostern: Gott be-urkundet sich selbst als den, der Leben schafft, das diesen Namen wirklich verdient. Ein Leben, das mehr ist als alles Berechenbare, Beweisbare, Vorstellbare. Im Glauben den auferstandenen Christus als gegenwärtig lebendig zu erfahren: Das lässt uns die Ewigkeit und Unendlichkeit Gottes
in dieser kleinen Welt erfahren.

Und ohne diese Erfahrung wären wir die „elendsten unter allen Menschen“, weil wir keine Hoffnung hätten, die weiter als bis zu unserem Sarg reicht. Unser Glaube würde zur Lebenseinstellung zusammenschrumpfen. Wir würden zu Weltverbesserern werden, die an einem für uns unsichtbaren Virus scheitern.

20 Nun aber IST Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. … wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden…
Gott schafft Hoffnung aus dem Nichts
auf ein Leben für alle und für ewig.
Das ist Ostern, und ohne Ostern würde es nicht einen Christen auf dieser Welt geben können.

Meine Schwestern, meine Brüder,

eine alte Ostertradition ist das Osterlachen. Hier wird nicht der Frühling angelacht, obwohl es allen Grund dazu gibt. Hier wird der Tod ausgelacht, obwohl es keinen anderen Grund gibt als die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.

Ostern meint nicht, dass die Verstorbenen im Weltall als Sterne weiterleben, zu denen die Trauernden in der Nacht hinaufschauen. Ostern meint auch nicht, dass Sterbende in einem neu zur Welt kommenden Körper weiterleben. Ostern meint auch kein Weiterleben in der Erinnerung von geliebten Menschen nach dem Motto: „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, er ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird.“
Das ist alles nur Spielgeld.

Ostern ist etwas völlig anderes als all diese Ideen und Wunschvorstellungen. Gottes Auferstehung der Toten ist nicht mit solchen Fantasien zu verwechseln. Ostern ist auch nicht davon abhängig, ob Menschen daran glauben oder nicht.

Mit dem von Gott Auferweckten hat etwas bahnbrechend Neues begonnen. Und so bahnbrechend neu wird auch das sein, was Gott an uns geschehen lassen wird. Das ist kein Spielgeld, das ist harte Währung.

Das feiern wir Christen heute, am Auferstehungstag unseres Herrn. Die neue Schöpfung Gottes hat begonnen, auch wenn das nicht in die Denkmuster von uns Menschen hineinpasst. Wir feiern den Anfang der Neuschöpfung Gottes in dieser Welt.

Das bedeutet, dass wir immer noch Hoffnung haben, selbst wenn der Tod unser Leben hier beendet. Wir haben Hoffnung für jeden einzelnen der heute schon über einhunderttausend Corona-Toten: Gott hat Leben für jeden Einzelnen von ihnen, das größer ist als das Leben, das wir kennen und denken.

Das macht uns nicht zu Übermenschen oder zu Helden. Wir bleiben die „Mühseligen und Beladenen“ auf unsicheren Lebenswegen.

Aber unsere Lebenswege haben seit Ostern ein Ziel, das uns unverrückbar entgegenleuchtet. Das, was Christen seit fast zwei Jahrtausenden bekennen, trägt. Auch wenn es im letzten nicht zu begreifen ist. Aber jedes Mal, wenn wir es im Bekenntnis wiederholen, haben wir neu die Chance, „Ja“ zum Osterleben zu sagen:

Christ ist erstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Ostern ist die Geburt des Friedens unseres Gottes,
der größer ist, als all unser Denken es je fassen kann,
und der unsere Leiber und Seelen bewahren wird
zum ewigen Leben. AMEN

LIED 108
1. Mit Freuden zart zu dieser Fahrt
lasst uns zugleich fröhlich singen,
beid, groß und klein, von Herzen rein
mit hellem Ton frei erklingen.
Das ewig Heil wird uns zuteil,
denn Jesus Christ erstanden ist,
welchs er lässt reichlich verkünden.
2. Er ist der Erst, der stark und fest
all unsre Feind hat bezwungen
und durch den Tod als wahrer Gott
zum neuen Leben gedrungen,
auch seiner Schar verheißen klar
durch sein rein Wort, zur Himmelspfort
desgleichen Sieg zu erlangen.
a) 1.Kor 15,20-25
3. Singt Lob und Dank mit freiem Klang
unserm Herrn zu allen Zeiten
und tut sein Ehr je mehr und mehr
mit Wort und Tat weit ausbreiten:
so wird er uns aus Lieb und Gunst
nach unserm Tod, frei aller Not,
zur ewgen Freude geleiten.

ABENDMAHL
Lasst uns beten:

Wir bringen vor dich Brot und Kelch,
die Zeichen der Güte, mit der du uns täglich nährst.
Christus, mit Brot und Kelch feiern wir deine Gegenwart.
Verbinde uns mit dir und untereinander.
Heiliger Geist, wir bringen dir uns selbst,
mit allem, was wir sind und haben.
Heilige unser Leben, dir zur Ehre.

UNSER HERR JESUS CHRISTUS in der Nacht, da er verraten wurde, nahm das Brot, dankte, brach es, gab es seinen Jüngern und sprach: Nehmt und esst, DAS IST MEIN LEIB, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
GENAUSO nahm er den Kelch nach dem Mahl, dankte, gab ihnen den und sprach: Nehmt und trinkt alle daraus. DIESER KELCH IST DAS NEUE TESTAMENT in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis dass er kommt.

UNSER Vater im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im HIMMEL so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. UND führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

KOMMT, DENN ES IST ALLES BEREIT:
Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist (Ps 34).

Nimm hin das BROT des Lebens

Nimm hin den KELCH des Heils

Das stärke und bewahre uns im rechten Glauben
hin zum ewigen Leben. AMEN

Lasst uns beten:
Wir danken dir, Herr,
dass du uns durch deine Nähe gestärkt hast, und bitten dich:
Verleihe uns, dass die Ohren, die dein Wort gehört haben, verschlossen sind für die Stimme des Unfriedens;
dass die Augen, die deine große Liebe gesehen haben,
die Seligkeit schauen, die du verheißen hast;
dass die Zungen, die dein Lob gesungen haben,
hinfort die Wahrheit bezeugen;
dass die Hände, die deine Gaben empfangen haben,
Gutes tun zu deiner Ehre;
dass die Füße, die in dein Haus gekommen sind,
nicht abirren von den Wegen des Lichtes;
dass die Leiber, die Anteil gehabt haben an deinem lebendigen Leib,
in einem neuen Leben wandeln.

Wir danken dir, Gott,
dass du der Gott des Lebens bist gegen allen Tod.
Wir danken dir, dass du in Jesus Christus
und seiner Auferstehung
dem Tod die Macht genommen hast
und ein für allemal einstehst für das Leben.
So bitten wir dich für alle,
die noch unter der Macht des Todes leiden.
Die durch das Corona-Virus Angst haben müssen,
gerade in diesen Ostertagen einsam werden
und ihre Hoffnung schwinden sehen.
Für die Kranken und für die Sterbenden;
für die Alten, Einsamen und die Verzweifelten.
Sende ihnen allen deine Botschaft des Oster-Friedens,
damit sie Hilfe finden und gestärkt werden.
Wir bitten dich für alle, die versuchen,
gegen die Macht des Todes anzukämpfen:
für Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger,
für die Wissenschaftler und Politiker,
für die Menschen in den sozialen Berufen;
dass sie imstande sind, zu helfen
durch Heilung von Krankheit, durch Arbeit für den Nächsten.
Lass ihr Zuwendung Mut machen
und ihre Hilfe Hoffnung schenken.
Gott, wir bitten für uns selbst:
Schenke uns von deiner Schöpferkraft so viel, so reichlich,
dass wir aufstehen können
und tragen, was uns das Leben aufgibt.
AMEN.

Abkündigungen
Den Gottesdienst Quasimodogeniti können sie am kommenden Sonntag im Internet nachlesen oder zum Anhören herunterladen.

LIED 99
Christ ist erstanden
von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ’.
Kyrieleis.
Halleluja,
Halleluja,
Halleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis

SEGEN
Es segne und behüte uns der dreieine Gott.
Gott Vater, zu dem wir mit all unseren Bitten kommen dürfen;
Gott Sohn, der uns Bruder geworden und für uns auferstanden ist,
und Gott Heiliger Geist, der uns Beistand ist und bleiben wird.
AMEN
Eine weitere Choralimprovisationen von Kay Johannsen
hören sie zum Schluss des Gottesdienstes:
„O Tod, wo ist dein Stachel nun“

MUSIK zum Ausgang

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