Gottesdienst Quasimodogeniti 2020 Nachlesen und Anhören

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Kollektenzwecke (ab Palmsonntag mit Kontoverbindungen)

GLOCKEN, dabei:
Willkommen zu unserem Gottesdienst
am Sonntag Quasimodogeniti.
Die Lieder dafür finden Sie im Evangelischen Gesangbuch.
Wir sagen sie jeweils an; wer sie schon vorher heraussuchen will, es sind die Nummern:
100/ 289/ 107/ 108/ 111 und 116.
Lektor ist heute Michael Dörr,
mein Name ist Malte Koopmann.
Als Vor- und Nachspiel heute etwas Pop.
Jetzt gleich hören sie Dieter Falk mit
„Christ ist erstanden“.

MUSIK zum Eingang

VOTUM Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen./ Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat, /der Bund und Treue hält ewiglich und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände.

Quasi Gleichwie
modo geniti
die Neugeborenen
Gleichwie die neugeborenen Kinder

LIED 100
1. Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit;
denn unser Heil hat Gott bereit’.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.
2. Es ist erstanden Jesus Christ,
der an dem Kreuz gestorben ist,
dem sei Lob, Ehr zu aller Frist.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.
3. Er hat zerstört der Höllen Pfort,
die Seinen all herausgeführt
und uns erlöst vom ewgen Tod.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.
4. Es singt der ganze Erdenkreis
dem Gottessohne Lob und Preis,
der uns erkauft das Paradeis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.
5. Des freu sich alle Christenheit
und lobe die Dreifaltigkeit
von nun an bis in Ewigkeit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

LITURGISCHE HINFÜHRUNG + SP
Ostern ist gefeiert
Jesus Christus auferstanden
wohl tausendmal gehört
aber was hilft es
Thomas, der zweifelt,
nicht glauben kann, was nicht handfest wird

Auferstehung Christi
was hilft sie
den vielen, denen ihre Last
schon lange schwerer wiegt
als die Lust ihres Lebens

kann man heraus aus seiner Haut
Quasimodogeniti
gleichwie die Kinder
neugeborenen sein

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat
zu einer lebendigen Hoffnung
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
(1. Petrus 1,3)
***
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der Herr ist ein großer Gott. Ihn loben wir mit Worten aus dem Wochenpsalm (116) im Wechsel der Stimmen (Psalmheft S. 31), die Frauen beginnen:

1 Das ist mir lieb,
dass der HERR meine Stimme
und mein Flehen hört.
2 Denn er neigte sein Ohr zu mir;
darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
3 Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;
ich kam in Jammer und Not.
4 Aber ich rief an den Namen des HERRN:
Ach, HERR, errette mich!
5 Der HERR ist gnädig und gerecht,
und unser Gott ist barmherzig.
6 Der HERR behütet die Unmündigen;
wenn ich schwach bin, so hilft er mir.
7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
denn der HERR tut dir Gutes.
8 Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
mein Auge von den Tränen,
meinen Fuß vom Gleiten.
9 Ich werde wandeln vor dem HERRN
im Lande der Lebendigen.
13 Ich will den Kelch des Heils erheben
und des HERRN Namen anrufen.
AMEN

LIED 289 4
4. Die Gottesgnad alleine
steht fest und bleibt in Ewigkeit
bei seiner lieben G’meine,
die steht in seiner Furcht bereit,
die seinen Bund behalten.
Er herrscht im Himmelreich.
Ihr starken Engel, waltet
seins Lobs und dient zugleich
dem großen Herrn zu Ehren
und treibt sein heiligs Wort!
Mein Seel soll auch vermehren
sein Lob an allem Ort.

LEKTORIN
Ich erinnere an die zehn Gebote:
Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland,
aus der Knechtschaft, geführt habe.
Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis von Gott machen.
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Du sollst nicht töten.
Du sollst nicht ehebrechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Du sollst nicht begehren, was deinem Nächsten gehört.

Die Summe des Gesetzes aber ist die:
Du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz
und die Propheten. AMEN!

Lasst uns Beten:

Gott,
wir danken dir,
dass du uns schon jetzt neues Leben schenkst.
Wir erfahren die Macht der Auferstehung,
wenn jemand unsere Einsamkeit sieht
und uns behutsam aus ihr heraushilft,
wenn sich der eiserne Ring von der Brust löst,
den Angst und Trauer geschmiedet haben
wenn wir freikommen
aus dem Kerker der Depression
und die Welt wieder bunt wird
und wir aufatmen und singen können.
Gott, du reißt die Stricke des Todes entzwei,
die uns umfangen.
Du schenkst uns neue Lebenskraft.
Und doch scheint uns bedrohlich
manche Stunde, mancher Tag,
und Kleinglauben schleicht sich ins Leben.
Öffne unsere Herzen.
Auf dich allein richtet sich unsere Hoffnung
auf ein Leben, das diesen Namen verdient.
Erbarm dich unser. AMEN

Halleluja.
Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.
Halleluja. (Psalm 126,3)
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Halleluja. (Lukas 24,6.34)

LIED 107 1+2
1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du vom Tod erstanden bist
und hast dem Tod zerstört sein Macht
und uns zum Leben wiederbracht.
Halleluja.
2. Wir bitten dich durch deine Gnad:
nimm von uns unsre Missetat
und hilf uns durch die Güte dein,
dass wir dein treuen Diener sein.
Halleluja.

Aus dem 1. Brief des Petrus Kapitel 1 ab Vers 3
3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,
4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch,
5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben
bewahrt werdet zur Seligkeit,
die bereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.
6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit,
wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen,
7 auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde
als vergängliches Gold, das durchs Feuer geläutert wird,
zu Lob, Preis und Ehre,
wenn offenbart wird Jesus Christus.
8 Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb;
und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht;
ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, 9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt,
nämlich der Seelen Seligkeit.

Selig sind,
die das Wort Gottes hören und bewahren!
AMEN.

Als Bekenntnis lasst uns gemeinsam
zu Frage 1 des Heidelberger Katechismus sprechen.

Was ist dein einziger Trost
im Leben und im Sterben?

Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben
nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.
Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden
vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt
des Teufels erlöst;
und er bewahrt mich so,
dass ohne den Willen
meines Vaters im Himmel
kein Haar von meinem Haupt kann fallen,
ja, dass mir alles
zu meiner Seligkeit dienen muss.
Darum macht er mich auch
durch seinen Heiligen Geist
des ewigen Lebens gewiss
und von Herzen
willig und bereit,
ihm forthin zu leben.
AMEN

LIED 108
1. Mit Freuden zart zu dieser Fahrt
lasst uns zugleich fröhlich singen,
beid, groß und klein, von Herzen rein
mit hellem Ton frei erklingen.
Das ewig Heil wird uns zuteil,
denn Jesus Christ erstanden ist,
welchs er lässt reichlich verkünden.
2. Er ist der Erst, der stark und fest
all unsre Feind hat bezwungen
und durch den Tod als wahrer Gott
zum neuen Leben gedrungen,a
auch seiner Schar verheißen klar
durch sein rein Wort, zur Himmelspfort
desgleichen Sieg zu erlangen.
3. Singt Lob und Dank mit freiem Klang
unserm Herrn zu allen Zeiten
und tut sein Ehr je mehr und mehr
mit Wort und Tat weit ausbreiten:
so wird er uns aus Lieb und Gunst
nach unserm Tod, frei aller Not,
zur ewgen Freude geleiten.

LASST UNS BETEN:
Gott des Lebens,
der du Jesus vom Tod erweckt hast:
Mach uns mit ihm lebendig
und lass uns leben
aus der Kraft seiner Auferstehung.
Dies bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn.
AMEN

GNADE SEI MIT EUCH und Friede von dem, der da ist, der da war und der da kommt. AMEN!

Erwachsene stehen oft überrascht, manchmal etwas neidisch daneben, wenn sie kleine Kinder dabei beobachten, wie die ihre Welt entdecken. Wenn sie das erste Mal einen Schmetterling wahrnehmen. Den Duft einer Blume. Ein Musikstück von Mozart. Das lässt für einen Moment das Erinnern aufblitzen an das Staunen, die Freude und die Neugier, die das eigene Leben einmal so überwältigend groß machten.

Und jetzt steht man „in Echtzeit“ daneben: Hier macht ein kleiner Mensch gerade DIE Entdeckung seines Lebens. Und der AHNT bestenfalls, dass noch viele weitere Entdeckungen auf ihn warten.

Sogar so viele, dass er irgendwann und irgendwie genug hat vom Staunen, der Freude und der Neugier. Und wenn man dann so richtig erwachsen ist, also wenn sich das Gefühl einstellt, dass es nichts Neues unter der Sonne für einen gäbe, dass man das alles irgendwie schon mal erlebt hat wie das Zähneputzen an jedem Morgen.

Dann werden die Tage häufiger, an denen man sich wünscht, noch einmal geboren zu werden, damit man das alles noch einmal erleben kann: Sehen, riechen, hören und ertasten, als wäre es das erste Mal.

Ja- das wäre schon eine Sache, wenn es wahr würde, was uns der erste Sonntag nach Ostern jedes Jahr von neuem verspricht. Neu geboren zu werden. Von vorne anfangen zu können. Quasimodogeniti. Wie ein neu geborener Mensch.

Aber das Leben ist anders, die eigenen Erfahrungen sagen etwas Anderes. Es stellen sich vielmehr Abnutzungserscheinungen ein. Da sind die kleinen Vibrationen des Alltages, die plötzlich ziemlich große Fragen stellen. Fragen ohne befriedigende Antworten.

Ich sehe in den Spiegel. Die Falten im Gesicht sind unübersehbar. Sicher habe ich mich an sie gewöhnt, vielleicht mag ich sogar die eine oder andere. Aber sie lassen meine Augen die Zeit sehen, die ihre Spuren an mir hinterlässt. Ein Augenblick des Schmerzes und der Moment der großen Fragen: Wie wird es sein, wenn dieses mein Leben ganz zu Ende geht?

Und ich glaube, diese Momente kennt jeder. Dass man im Augenblick eines Erfolges plötzlich eine Ahnung hat, dass sich solche Erlebnisse nicht mehr oft einstellen werden.
Oder dass man einem Menschen wahrhaft zu spät begegnet, weil einem klar wird: Hätte ich ihn früher getroffen, hätte das mein ganzes Leben verändert.
Oder wenn das Kind tatsächlich von zuhause auszieht und sein Platz nicht nur am Frühstückstisch leer bleibt.

Da stellen sie sich ein, die Lebensfragen, die Todesfragen, und mit ihnen auch die Gottesfrage. Vielleicht zunächst nur als kleine Irritation empfunden, als flüchtige Unruhe. Und doch ahnt man: Das trifft letzten Endes doch ALLES, was ich bin.

Wohin führt er mich, mein Lebensweg? Wird mir sein Ende gefallen? Lebenswege, die mir nicht gefallen, kenne ich inzwischen zur Genüge. Und an jedem Tag kommen solche neu dazu – in Coronazeiten mag man inzwischen ja weder Radio hören noch Zeitung lesen.

Darum gibt es wirklich MÜDE Menschen unter uns. Menschen, die an jedem Tag ihres Lebens müder werden. Menschen, die den Sinn ihrer Arbeit nicht mehr sehen können. Menschen, die es müde geworden sind, weiter nach Arbeit zu suchen. Die die Ablehnungen nicht mehr ertragen. Egal ob bei der Arbeitssuche oder der Suche nach menschlicher Nähe.

Paare, die ihrer Lebenspartnerschaft müde geworden sind. Menschen, die Krankheiten ihres Körpers oder ihrer Seele zu Menschen machen, die am Leben müder und müder werden. Selbst sehr junge Menschen, die müde sind, gibt es zuhauf. Die an den Erwartungen ihrer Umwelt oder den Ermahnungen ihrer Eltern müde geworden sind.

Und zu aller Müdigkeit des Alltages kann auch die Müdigkeit des Glaubens kommen. Diesen Müden ist ihr Glaube zu selbstverständlich geworden. Er hat seine Tragfähigkeit verloren, seine alten Antworten auf die Fragen des Lebens haben ihre Gültigkeit verloren.

Nichts reißt müde Glaubende mehr vom Hocker. Das Kind in der Krippe, Jesus am Kreuz, die Auferstehung zu Ostern, die wunderbare Geistbegabung der Gemeinde am Pfingsttag: Ja, klar, weiß ich, kenn ich schon, das hatten wir bereits.

Ja, es gibt Menschen, die reißt hier wirklich GAR nichts mehr vom Hocker. Sie bleiben hocken. Werden zu einer verhockten Gemeinde, zu einer Gemeinde, die sitzt. Eine Kirche, die vor lauter Sitzungen blass und blässer wird. Quasimodogeniti? Wie neu geboren? Hier? Heute?

Ihres Lebens müde werden Menschen gibt es nicht erst seit heute oder gestern. Müdigkeit ist Teil des Lebens wie Geburt oder Tod. Die kleine Müdigkeit lindert ein ordentlicher Nachtschlaf, wie aber steht es um die große?

Beim Propheten Jesaja steht, ich lese den Predigttext aus Jesaja 40 ab Vers 26 in der Lutherübersetzung:

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.
27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?
28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.
29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.
Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen;
31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Die Fragen, die Jesaja stellt, sind frei von jedem Vorwurf. Es sind Fragen eines Menschen, der zuhört, was sein Gegenüber zu sagen hat. Der sich Zeit nimmt, wenn Menschen das Schweigen brechen. Es sind Fragen eines Menschen, der sich um die Seele eines anderen sorgt. Eines Seelsorgers.

Er hört: „Nach mir schaut eh keiner.“ „Wer interessiert sich schon für mich?“ „Wer fragt nach meiner Meinung?“ „Recht bekommt, wer die Macht hat – ich habe keine.“ „Jeder ist sich selbst der Nächste.“ Er erlebt müde Menschen.

Und Jesaja weiß, dass er in Gottes Auftrag steht. Dass Gott wach ist und wach macht. Seine Fragen darum: Behutsam und aufmunternd. Warum denkst du, du seist von Gott benachteiligt? Gar vergessen? Du kämst im Leben zu kurz? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Siehst Du nicht? Und erinnert: „Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird NICHT müde noch matt.“

RIECHST DU NICHT? Es ist Frühling draußen, sein Duft liegt überall in der Luft.

HÖRST DU NICHT: „Weißt du, wieviel Sternlein stehen?“ Nein, du kannst es nicht wissen, weil niemand sie zählen kann, schon weil niemand alle sehen kann. „Gott der Herr hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet an der ganzen großen Zahl“ (EG 511).

Oder wem das zu sehr nach Kinderlied klingt: SIEHST DU NICHT? Nein, du siehst ja gerade auf die Füße. Da kann man nur von einem Schritt zum Nächsten sehen. Und dabei verliert man das Große, das Ganze aus dem Blick.

Versuch, den Blick zu heben. Sieh nach vorn, vielleicht besser noch nach oben. Am besten, wenn es dunkel wird, im Urlaub an der See oder im schwedischen Wald.

„Wer hat dies geschaffen?“ Du jedenfalls nicht. Aber auch deine Gegner nicht, die dir das Leben schwer zu machen suchen. Ja, sie führen sich so auf, als seien sie ein Star, den alle bewundern müssten. Machen DIR zu schaffen. Aber GESCHAFFEN haben sie nichts von all dem, was da ist.

Wenn du WIRKLICH Großes sehen willst, sieh in das Universum hinein. In die Gesetze der Natur. Auf die Weite der Welten, in den unendlichen Kosmos. Dein Gott hat das alles geschaffen. Er ist Herr des Universums. Wenn es Gesetze gibt, die wirklich gelten – ER bestimmt sie.

Das ganze große Heer der Sterne, „er führt es vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen“ Den Planeten Mars und den Fixstern Sirius, das Sternbild Kassiopeia und den Orion und die Plejaden.
Das alles ist so unendlich groß, dass kein Mensch es je erfassen kann. Selbst alle Menschen zusammen nicht, die leben oder je gelebt haben werden. Selbst wenn es ein kollektives Gedächtnis über die ganze Zeit der Welt geben würde.

Wir wissen vieles: Acht Lichtminuten braucht ein Sonnenstrahl von der Sonne bis auf unsere Erde. Mit Lichtgeschwindigkeit, der schnellsten, die wir heute kennen.
Wir wissen vieles: Unser Universum ist mehr als 10 Milliarden Lichtjahre groß. Das heißt: Das Licht von den fernsten Sternen, die wir sehen können, wäre bis zum anderen Ende des Weltalls zehn Milliarden Jahre unterwegs.
Und wir wissen: Niemand wird auch nur AHNEN können, was am Ende des Universums gerade jetzt geschieht, geschweige denn Gottes Schöpfermacht ermessen können. Gottes Energie ist wirklich gewaltig. Gott hat Kraft – mehr als alle Sonnen zusammen.

Also: Wenn wieder alles um dich herum grau in grau wird, lass dir von ihm helfen. Versuch dann wenigstens, den Kopf hochzunehmen. Wechsle deine Perspektive. Denn was dich klein macht, ist NICHTS/ im Verhältnis zu dem, der dich groß macht. Zu Gott, von dem/ und durch den/ und zu dem DU BIST.

Der Schluss kommt doch erst, denn das Leben wird noch gelebt. Die Entdeckung des größten Wunders steht noch aus. Jesaja beschreibt das so: Die „auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren wir Adler…“

Egal ob Adler oder Möwen: Sie flattern nicht herum, machen nicht viel Wind, strengen sich sichtlich NICHT an, um in große Höhen zu steigen. Denn sie sind Segeler.

Sie LASSEN sich von fremden Kräften in die Höhe tragen, nutzen die Thermik. In aufsteigenden Warmluftströmen steigen sie in Spiralen kreisend allmählich in die Höhe. Scheinbar schwerelos. Stundenlang.

Meine Schwestern, meine Brüder:

Nicht wenige Menschen finden auch heute die Größe Gottes wie schon Jesaja in der Natur abgebildet. Gerade jetzt in der Osterzeit, wo einen neu erwachendes Leben sogar aus Pflastersteinspalten ansieht.

Aber das Osterwunder kommt noch einen großen Schritt näher auf uns zu. Gottes Macht begegnet uns nicht nur in Sonne, Mond und Sternen, auch nicht nur in grünenden Bäumen und blühenden Blumen.

Der Tod eines Menschen, für viele gerade in diesen Corona-Wochen die größte denkbare Bedrohung eines sinnvollen Lebens, wird aufgehoben. Gottes Macht hebt sogar die Naturgesetze, die uns ewig gültig scheinen, aus den Angeln. An der Stelle, wo wir alle das am deutlichsten spüren können: Bei der Frage von Tod und Leben.

Johann Heermann fasst das 1630 in dies Worte: „Lebt Christus, was bin ich betrübt?/ Ich weiß, dass er mich herzlich liebt;/ wenn mir gleich alle Welt stürb ab,/ g’nug, dass ich Christus bei mir hab…. Mein Herz darf nicht entsetzen sich,/ Gott und die Engel lieben mich;/ die Freude, die mir ist bereit’,/ vertreibet Furcht und Traurigkeit.“ (EG 111, 13.14).

Gott, der es hat Ostern werden lassen, hat die Macht, jede und jeden von uns neu geboren sein zu lassen. An jedem Tag unseres Lebens. Auch an dem unseres Todes. Seine Kraft wird uns aus dem Tod heben wie Adler, die schwerelos in die Höhe gehoben werden.

Johann Heermann ist neu geboren: „Gott und die Engel lieben mich“. Kann es besser kommen?
Die Liebe Gottes, die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sind es, die uns durch Ostern neu geboren sein lassen. AMEN

LIED 111 13-15 (Frühmorgens, da die Sonn aufgeht)
13. Lebt Christus, was bin ich betrübt?
Ich weiß, dass er mich herzlich liebt;
wenn mir gleich alle Welt stürb ab,
g’nug, dass ich Christus bei mir hab.
Halleluja.
14. Mein Herz darf nicht entsetzen sich,
Gott und die Engel lieben mich;
die Freude, die mir ist bereit’,
vertreibet Furcht und Traurigkeit.
Halleluja.
15. Für diesen Trost, o großer Held,
Herr Jesu, dankt dir alle Welt.
Dort wollen wir mit größerm Fleiß
erheben deinen Ruhm und Preis.
Halleluja.

Lasst uns beten:
In der Begegnung mit dir, Jesus Christus, erfahren wir:
Selbst die Schranken des Todes hat Gott durchbrochen.
Müde sind wir und verzagt,
sprachlos gemacht, unsere Hoffnung schwindet,
gerade in dieser Zeit, wo ein für uns unsichtbares Virus
die ganze Welt das Fürchten lehrt.
Doch deine Liebe und dein Geist der Zuversicht
bringen uns wieder zurecht.
Du lässt uns spüren: Neues Leben wächst,
Hoffnung über das Vorstellbare hinaus breitet sich aus.
Du bist unser Helfer alle Zeit.
Du rollst die Steine von den Gräbern des Lebens.
Das nimmt unserem Leben die Enge, Dir sei Dank dafür.
So werden wir leben können,
ohne dem neuen Tag zu misstrauen
oder Angst zu haben vor dem,
was wir nicht absehen können.
Bitte: Bleibe uns nahe,
dass wir dich nie aus den Augen verlieren.
Schenke Zuversicht gegen jede Angst,
die Unversöhnlichkeit, die Verurteilungen.
Zeige uns an jedem Tag neu, was deine Liebe vermag,
damit wir einander Großmut und Verständnis erweisen
und der Hoffnung auf dein neues Leben nicht im Wege stehen.
Stärke unseren Glauben,
dass es keinen Tod gibt, der uns von dir je trennen kann.
Gib dem Leben, das dich nicht sehen kann,
den Geist, der die Auferstehung zu unserem Taufgeschenk macht.

UNSER Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

Abkündigungen
Den nächsten Gottesdienst können sie
am Sonntag Misericordias Domini lesen und auch nachhören.
Das ist heute in einer Woche.
Sie finden die Dateien wieder auf der Internet – Seite malte minus predigt punkt de

LIED 116 1.2.5
1 Er ist erstanden, Halleluja.
Freut euch und singet, Halleluja.
Denn unser Heiland hat triumphiert,
all seine Feind gefangen er führt.
Kehrvers Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!
2 Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tods ist zerstört;
selig ist, wer zu Jesus gehört.
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!
5 Er ist erstanden, hat uns befreit;
dafür sei Dank und Lob allezeit.
Uns kann nicht schaden Sünd oder Tod,
Christus versöhnt uns mit unserm Gott.
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!

SEGEN
Es segne und behüte uns der dreieine Gott.
Gott Vater,
zu dem wir mit all unseren Bitten kommen dürfen;
Gott Sohn, der uns Bruder geworden und für uns auferstanden ist,
und Gott Heiliger Geist, der uns Beistand ist und bleiben wird.
AMEN

Hören sie zum Schluss des Gottesdienstes noch einmal Dieter Falk mit einer Klassikbearbeitung und dem Titel „Kanon“.

MUSIK zum Ausgang

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